Lernziel dieser Einheit: Du kannst in eigenen
Worten erklären, was ein Sprachmodell (LLM) ist, wie es Text erzeugt und wo seine
Stärken und Grenzen liegen.
Was heißt eigentlich „KI"?
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Sammelbegriff für Programme, die
Aufgaben lösen, für die man früher menschliches Denken brauchte — zum Beispiel Sprache
verstehen, Bilder erkennen oder Vorschläge machen. KI ist dabei kein Lebewesen und
„denkt" nicht wie ein Mensch. Sie rechnet mit Wahrscheinlichkeiten auf Basis von sehr
vielen Beispielen.
Das Sprachmodell (LLM)
Der Typ KI, den du im Alltag am häufigsten triffst, ist das große
Sprachmodell, kurz LLM (englisch Large Language Model).
Bekannte Beispiele sind ChatGPT, Gemini oder Claude. Ein LLM wurde mit riesigen Mengen
Text trainiert — Bücher, Webseiten, Foren. Dabei hat es keine Fakten „auswendig gelernt",
sondern Muster der Sprache: welches Wort typischerweise auf welches folgt.
Wie ein LLM Text erzeugt
Ein LLM arbeitet erstaunlich einfach im Kern: Es sagt immer wieder das
nächste Wort (genauer: das nächste Sprach-Bruchstück, „Token") voraus.
Aus deiner Eingabe berechnet es, welches Wort am wahrscheinlichsten weitergeht, hängt es
an, und wiederholt das Wort für Wort — bis eine ganze Antwort entsteht.
- Eingabe (Prompt): „Die Hauptstadt von Frankreich ist"
- Das Modell rechnet: sehr wahrscheinlich folgt „Paris"
- Ausgabe: „Paris."
Weil das Modell mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet, klingt seine Antwort meist flüssig
und passend. Das ist die große Stärke — aber auch die Wurzel der Schwächen.
Was ein LLM gut kann — und was nicht
- Gut: Texte formulieren, umformulieren, zusammenfassen, übersetzen,
erklären, Ideen sammeln, Entwürfe schreiben, Code-Bausteine vorschlagen.
- Schlecht bis unzuverlässig: exakt rechnen, aktuelle Ereignisse
kennen (das Training hat einen Stichtag), sichere Fakten garantieren, eigene
Erlebnisse haben. Ein LLM kann überzeugend klingen und trotzdem falsch liegen.
Merke dir dieses Bild: Ein LLM ist ein extrem belesener, sehr schneller
Text-Vervollständiger — kein Lexikon und kein Taschenrechner. Genau deshalb
kommt es darauf an, wie du fragst. Das üben wir als Nächstes.